| Freitag, 17.April
Meine
Vorstellungskraft über die Ausmaße der Rückbank meiner Yamaha
Dragstar kann man bestenfalls als naiv bezeichnen. Ich habe neben den H&B
40l Koffern, dem 45l Topcase noch eine Ortlieb-Tasche und eine 60l-Gepäckrolle
von Ortlieb gepackt. Jetzt stehe ich in der Garage vor dem Moped und grinse
über mich selbst. Ich habe gepackt, als wollte ich mit dem Wohnmobil
verreisen. Es hilft nur Abspecken,
die Rolle bleibt hier. Bitte kein hämisches Gelächter, es war meine
erste große Camping-Tour auf dem Motorrad und ich war bisher nur per Auto,
Wohnwagen oder Wohnmobil unterwegs.
Aber
selbst abgespeckt fährt sich die Dragstar auf dem Weg zu Markus ,
als wenn – nein sie fährt nicht, sie schwimmt einfach nur noch. Auf
dem Weg zu Markus ist die Reise fast schon zu Ende. Ein alter Mercedes kann nur noch mit Mühe sein Auto auf der nassen Straße hinter mir zum Stehen bringen.
Es wird weiter abgespeckt.
Sämtliche Lebensmittel fliegen raus! Zu schwer! Einen Koffer teile ich mir
mit Markus als unsere
Küche und deshalb ist er mit Kochgeschirr, Kocher, Klopapier und was
man so braucht randvoll. Der andere Koffer ist mit Motorradklamotten restlos
gefüllt und das Topcase ist mit normalen Klamotten für die 3-wöchige
Tour ebenfalls randvoll. Wie viel bzw. wenig man wirklich benötigt, beschreibe
ich am Ende des Berichtes. In der Tasche sind Zelt und Schlafsack verstaut.
Der Tankrucksack beherbergt die Karten, die Kamera, Filme, die Papiere,
ein paar weitere Handschuhe und sonstigen Kleinkram. Morgen früh um
8:30 Uhr ist bei Michael in Bingen Abfahrt. Als Morgenmuffel werde ich
deshalb direkt bei Michael übernachten. |
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Samstag
18. April
Abfahrt
8:30. Die Sonne scheint (noch). Markus hat trotz starker Bedenken sein
Gepäck auf der BMW R1100RS unterbringen können. Lästig ist
aber das Speedbag von Luis, das nun die Sicht über die in der Verkleidung
eingebauten Spiegel verhindert. Es geht eben nichts über ein paar
anständige Spiegel an Auslegern.
Auf der A36 geht es Richtung
Alzey und dann auf die A5. Ab Karlsruhe haben wir nun Regen mit Schnee
vermischt und vereinzelt auch Hagel. Die Temperaturen bewegen sich nahe
dem Gefrierpunkt. Am Dreieck Neuenburg geht’s weiter auf die A36 (E60)
bis Ancon. Ab hier will nun eigentlich keiner mehr weiterfahren. Alle sind
nass. Inzwischen habe ich 3 paar Handschuhe durchgeweicht. Die sollten
eigentlich alle eine Membrane haben. Von wegen wasserdicht !
Völlig
ohne Verkleidung hänge ich mit meinem Cruiser aber auch voll im Wind
oder besser gesagt im Regen. Meine Jacke und Hose von Büse haben sich
auch total vollgesaugt und an jeder Tankstellenkasse hinterlasse ich eine große
Pfütze. Aber hier funktioniert die Membrane. Unten drunter
ist alles trocken und warm. Auch die nicht gerade billigen Stiefel von
BMW halten absolut dicht und warm. Achmeds Jacke hat sich bis auf sein
T-Shirt durchgefärbt. Zwischendurch haben Achmed und ich auf einer
Tankstelle preiswert ein paar gummierte Schweisser-Handschuhe erstanden.
Die haben wir dann einfach über ein paar dünne Sommerhandschuhe drübergezogen. Das Ganze ist nun aber so steif, dass nur noch mit
Mühe die Kupplung gezogen oder gebremst werden kann. Aber mit eingefrorenen
Fingern zu bremsen ist ja auch schlecht möglich. Achmed hat es zwischendurch
mit den Latex-Handschuhen aus dem Notfall-Set probiert, aber die sind leider
sofort gerissen. ( Auf welche Ideen man kommen kann, wenn man friert! )
Wir beschließen deshalb von der Autobahn abzufahren und uns auf der N83
ein Hotel zu suchen.
Unsere
Hotelwahl fällt leicht. Direkt neben einem sehr teuren Hotel mit leckerer
aber nicht gerade billiger Speisekarte gibt es eine kleine und preiswerte
Pension, die auch für unsere vollgepackten Motorräder eine Garage
bietet.
Das
Speedbag von Markus hat auch nicht dichtgehalten. Alle Klamotten sind nass.
Auf seinem Zimmer sieht es nun aus wie in einer Wäscherei. Auf
dem Weg in das andere Hotel, in dem wir speisen wollen, drehen wir den
Heizkessel der Zentralheizung in der Garage noch etwas hoch, um den gerade
mal lauwarmen Heizkörpern in unseren Zimmern etwas Dampf zu machen.
Dafür werden wir uns von der Wirtin am nächsten morgen noch einen
mächtigen Rüffel abholen dürfen. |
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Montag,
20. April
Ankunft
in Ajaccio um 7:30. Achmed sucht verzweifelt seine Motorradschlüssel.
Was er nicht wusste: Er hatte sie in der Hektik beim Verzurren der Motorräder
unter Deck am Motorrad stecken gelassen und die freundlichen Matrosen hatten die
Schlüssel an der Information abgegeben. Markus verlässt den Kahn
als absolut letzter Schiffsgast. Weil er Achmed beim Suchen der Schlüssel
half und man zwischenzeitlich das Zwischendeck abgesenkt hatte, durfte
er warten, bis man ihn dann endlich „frei ließ“.
Wir
haben uns einen ruhigen Campingplatz in Tiuccia ca. 30 km nördlich von
Ajaccio mit deutscher Bewirtung ausgesucht. Um diese Jahreszeit sind die
Campingplätze noch absolut leer und wir können uns unseren Lagerplatz
frei aussuchen.
Um
12:00 Uhr schwingen wir uns wieder auf die Mühlen. Der Platzwart hatte
uns von einer wunderschönen Tour in die Berge erzählt. Das lassen
wir uns doch nicht zweimal erzählen.
 Direkt
vom Campingplatz fahren wir auf die D25 nach Ambiegna und hinter Ambiegna
dann auf die D1, die lt. neuester Michelin-Karte in Rochas aufhört
aber inzwischen weiter ausgebaut bis auf die D23 führt. Die D1 ist
eigentlich eher für Enduristen geeignet. Mein Kreuz schreit schon
nach einem Orthopäden und Achmed auf seiner ZZR mault nur noch rum.
Richtung Vico sind unsere Motorräder dann wieder eher in ihrem Element.
Auf der D23 halten wir uns links, um gleich auf der D70 nach Cristinacce
weiterzufahren. Eine wunderschöne Landschaft erwartet uns im um diese
Jahreszeit noch tief verscheiten Foret d’ Aitone. Der Ausblick auf
die Gipfel links der Straße ist traumhaft.
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Dienstag,
21. April
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Mittwoch,
22. April
Die
Sonne scheint und Sardinien wartet auf uns. Wir schlagen unsere Zelte ab.
In Bonifacio wollen wir gegen 3:00 Uhr die Fähre nach St. Teresa nehmen
und fahren auf der N196 an Ajaccio vorbei Richtung Süden. Die D302
lädt uns wieder zum Kurvenwedeln ein. So viele Kurven hintereinander
gibt es wohl nur auf Korsika. Über
die D757 kommen wir wieder auf die N196, um nicht allzu sehr in Zeitverzug
zu kommen. Auf Sardinien wollen wir nämlich noch bis Arbatax, um von
dort die Insel für 4 Tage zu erkunden.
Zunehmend
verschwindet die Sonne hinter dicken Wolken. Ca.
50 km vor Bonifacio nimmt der Wind sehr kräftig zu. Die Landschaft
hat sich inzwischen stark verändert.
In
meinem Tagebuch steht, daß hier aus dem Reiseführer eine Beschreibung
eingefügt werden soll.
Auf
einem kleinen Parkplatz mit Meeresblick machen wir eine Zigarettenpause.
Der Wind bläst nun so stark, dass es Markus, der zugegebenermaßen
so unglücklich steht, dass es ihn beim Absteigen samt Motorrad einfach
umbläst. Er bekommt die volle Breitseite ab. Die Nieten der BMW-Koffer
fliegen sämtlich aus ihren Löchern. Auch
der rechte Spiegel muss für den Rest der Reise mit nur noch 2 Haltebolzen
auskommen.
Gegen
17:00 verlassen wir die Fähre in Sta Teresa auf Sardinien und fahren im Osten der
Insel auf der S133 nach Süden. Die Sonne ist nun gänzlich verschwunden.
In Olbia wollen wir auf die Autobahn, um schneller voranzukommen. Allerdings
müssen wir ziemlich gefrustet feststellen, dass die Autobahn zwar
in der Karte eingezeichnet, aber noch lange nicht fertig ist! Man merkt
eben sofort, dass man nun in Italien ist. Wir
geben unseren Plan, bis Arbatax zu fahren nach einer Stunde auf der S125
auf. So kann man keine Strecke machen und finden in La Caletta ein preiswerte
Hotel (Hotel Sardinia) .
Der
Hausherr ist unschwer als Liebhaber alter italienischer Fahrzeuge zu erkennen.
Auf dem Hof steht ein liebevoll restaurierter Topolino und im Vorraum des
Hotels noch eine alte einzylindrige Guzzi im Originalzustand. Im Restaurant
Maxim bekommen wir ertklassige Spaghetti mit Meeresfrüchten und Riesenpizzen,
die ebenfalls fürstlich munden. Wir beschließen den Abend bei Myrto
und Espresso. |
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Donnerstag,
23. April.
9:00Es
regnet! 12:00 Es regnet immer noch! Michael hat Hummeln im Hintern und
fährt alleine los. Über Siniscola fährt er eine kleine Rundtour
nach Lorde und über Mamone nach Bitti und weiter nach Lula. Kurz hinter
Pta. Catirina endet die Straße. 8 km Schotter verändern die Farbe
seiner BMW R850R von Metallic Grün in Sahara Gelb.
In
der Zwischenzeit repariert uns der Hausherr aus seinem Schraubenfundus
den Koffer von Markus. Die Halteschlösser waren doch tatsächlich
mit nur 3mm starken Popnieten befestigt. Kein Wunder, dass nur 5 kg in
die Koffer dürfen und die Schlösser im Laufe der Zeit immer wackeliger
werden.
17:00
Es hat aufgehört zu regnen. Wir essen wieder im Maxim. Die Wirtin verspricht
uns Wetterbesserung. In einer Bar spielen wir noch eine Runde Billard und stoßen
um 0:00 auf Michaels Geburtstag an. |
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Freitag,
24. April
 Wir
fahren weiter auf der Küstenstraße SS125 bis nach Lotzorai und suchen
uns dort einen Campingplatz. Wir sparen uns das Aufschlagen unserer Zelte,
denn der Campinglatz ist mit nagelneuen Mobilheimen ausgestattet, die wir
zu DM 35,-- pro Tag als erste in Beschlag nehmen. Die Mobilheime sind mit
kompletter Küche, 2 Schlafzimmern, Dusche, WC und sogar Fernseher
ausgestattet. Zum Strand sind es nur 50 m.
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Samstag,
25. April
Hier
habe ich vermerkt, dass eine Tourenbeschreibung von Micha kommt.
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Sonntag
25. April
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Montag
27. April
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Dienstag,
28. April.
Fahrt
nach Selinunte. Über den Bergen hängen dicke schwarze Wolken.
Da wir aber schon gestern einen faulen Tag eingelegt haben, wollen wir
trotzdem die Tour nach Selinunte wagen. Über
die Autobahn gelangen wir in ca. 1 Stunde nach Selinunte. Unterwegs haben
heftige Regenschauer nur auf uns gewartet. Jetzt scheint die Sonne und
am liebsten würden wir in Shorts und T-Shirt durch die Ruinen laufen.
Helm und Tankrucksack haben ihren Platz in den abschließbaren Koffern
eingenommen. Die Klamotten lassen uns nun im eigenen Saft schmoren. Da
nützt auch die beste Membrane nichts.
Ein
wenig Geschichte über Selinunte, wie es am Ort zu lesen steht:
Selinunt
wurde gegen die Mitte des 7. Jahrhunderts vor Chr. (628 nach Thukydides
VI 4,2; 651 nach Diodor XIII 59,4) von Siedlern aus Megara Hyblaea gegründet.
Offenbar in friedlichem Einvernehmen mit den benachbarten Puniern besetzten
die neuen Kolonisten weite Gebiete des Ackerlandes und siedelten sich an
den wichtigsten Punkten des künftigen Stadtgebietes an. Dabei suchten
sie in einer ersten Phase den Anschluss an ein auf der Nordspitze des Manuzza-Hügels
liegenden sikanisches Dorf.
Im
ersten Viertel des 6. Jahrhunderts erforderte das blühende Wachstum
der Siedlung eine feste Ordnung des Areals in einer Einteilung des Grundes
und der Anlage von Straßen gemäß den topographischen Gegebenheiten
des Hügels. Langgestreckte Grundstücke von 32,80 m = 100 dorischen Fuß, gemessen in den
Straßenachsen, werden gegliedert und erschlossen
durch breitere Straßen, die zu den ersteren orthogonal verlaufen. Diese
Grundstücke füllen sich mit der Zeit mit Wohnhäusern, die
im 5. Jahrhundert v. Chr. in Dimensionen und Bautechnik große Monumentalität
erreichen, während die Hauptstraßen mit mächtigen Steinplatten
gepflastert werden.
Die
Agora, der Ort der öffentlichen Verwaltung, ist noch nicht endgültig
identifiziert, wird aber mit Grund im zentralen Bereich zwischen den beiden großen
Wohnquartieren vermutet.
Die
Heiligtümer nehmen gesonderte Bereiche im Süden, Osten und Westen
ein, in denen die Tempel ihrerseits nach Ordnungsschemata angeordnet sind,
die aus denen des Stadtplanes selbst abgeleitet sind (s. besonders die
Tempelgruppe des Osthügels). Die Tempel, insbesondere die ab der Mitte
des 6. Jahrhunderts gebauten Ringhallentempel, sind das bedeutendste Zeugnis
des Wohlstandes der Stadt.
Im
Jahre 409 v. Chr. endete die blühende Entwicklung der Stadt mit dem
unerwarteten Angriff der Karthager. 408 v. Chr. wieder besetzt durch den
Syrakusaner Hermokrates und teilweise wieder ummauert mit den heute sichtbaren
Befestigungen, diente der südliche Hügel der alten Stadt fortan
vor allem als befestigter Vorposten. Nach mehrfachem Wechsel der Fronten
und der Besatzer blieb die Stadt in der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts
vorwiegend in punischer Hand und erfreute sich eines bescheidenen Wohlstandes
bis in Jahr 250 v. Chr., als die verbliebene Bevölkerung vor dem Anmarsch
der Römer nach Lilybaeum übersiedelt wurde.
Erst
in byzantinischer Zeit wurde der Platz wieder besiedelt, dann von den Arabern eingenommen und wohl auch wieder befestigt (s. da über den Ruinen
der Tempel A und O errichtete Fort) und letzte Spuren der Besiedelung finden
sich noch bis in staufische Zeit.
Wir
fahren weiter nach Mazara und suchen uns dort ein Lokal zum Mittagessen.
In Marsalla besuchen wir eines der zahlreichen Weingüter. Ich kann
der Versuchung nicht widerstehen und kaufe einen Marsala. Geschmacklich
könnte man ihn am ehesten mit einem süßen Cherry vergleichen.
Über Salemi fahren wir wieder zum Campingplatz. |
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Mittwoch,
29. April
Um
10:30 Uhr sind unsere Zelte eingepackt und alles wieder auf den Motorrädern
verschnürt. Wir nehmen die SS118, um über Altofonte, Piana und
Corleone auf die andere Seite der Insel nach Agrigent. Es ist unglaublich,
über welche verwinkelten Gassen uns die SS118 in Altofonte führt.
Wohnmobile oder Caravanfahrer sollten diesen Ort unbedingt meiden.
In
Corleone, der Mafiahochburg und bekannt aus dem Film „Der Pate“, steuern
wir gleich auf der rechten Seite das erste Restaurant „Da Gennaro“ an.
Wir landen einen Volltreffer. „Pannette alla Lupara“ wird unsere Hauptspeise.
Schade, dass man diese Köstlichkeiten auch beim Italiener in Deutschland
so selten bekommt.
Der
Wirt spricht sehr gut Deutsch und erzählt uns von einer Gruppe Harley-Fahrern,
die jedes Jahr nach Corleone kommen. Letztes Jahr hatten sie sich einen
besonderen Gag einfallen lassen. Die hatten sich doch tatsächlich
getraut, mit der Aufschrift „Camorra“ auf ihren T-Shirts in Corleone einzufahren.
Dazu muss man wissen, daß die Camorra aus Neapel sozusagen die Konkurrenz der Mafia ist. Diese ganzen Geschichten von der Mafia können wir
nicht bestätigen. Wir fühlen uns auf der Insel sehr wohl. Die
Leute sind alle sehr freundlich und hilfsbereit. Wer mit Wohnmobil oder
dem Auto reist, für den mag es lästig sein, in größeren Orten an jeder
größeren Kreuzung von jungen Burschen angesprochen
zu werden, die gegen kleines Geld gerne die Frontscheiben putzen würden.
Sizilien gehört zu den strukturschwachen Gebieten und die Arbeitslosigkeit
ist hoch. Was liegt da für die jungen Menschen in der Not näher,
als sich auf diese Weise sozusagen „selbstständig“ zu machen. Wir
sind von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Sizilianer überzeugt.
Von Mafiamethoden keine Spur.
Über
Agrigent fahren wir die Küstenstraße weiter Richtung Gela.

Gegen
19:00 Uhr knurrt allen der Magen und wir müssen uns ernsthaft Gedanken
über eine Bleibe machen, denn um diese Jahreszeit sind noch nicht alle Campingplätze
offen. Den Campingplatz in Gela, haben wir nicht gefunden. Ein
braunes Schild mit Bett, Messer und Gabel weist uns den Weg zu einer Herberge
für die Nacht. Noch ahnen wir nicht, was uns erwartet. Über einen
sehr gepflegten und viele hundert Meter langen Feldweg stehen wir plötzlich
vor einem Gutshof mit Stellplätzen für Wohnmobile, Tennisplatz
und einem interessanten Ambiente. Unser Abendessen nehmen wir in der ehemaligen
Scheune ein, die noch die alte Olivenpresse beherbergt. Es wird ein 5-Gänge-Menü
aufgefahren, das uns aus allen Nähten platzen läßt. Es wären
sicherlich die 3-fache Menge an Personen satt geworden. Wirklich ! Und
geschmeckt hat es wunderbar ! Ein echter Geheimtip !

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Donnerstag,
30. April
Ankunft
in San Marco. Ab Catania plötzlich Eintrübung aus sprichwörtlich
heiterem Himmel. Der vom ADAC empfohlene Campingplatz „San Marco“ wird
von uns verschmäht. Für Zelter gibt es keine anständigen
Wiesenflächen und wegen des täglichen Animationsprogramms fürchten
für um unsere Ruhe. Auf der gleichen Straße weiter vorne links liegt
ein kleiner aber feiner Campingplatz mit durchgehender sattgrüner
Wiesenfläche. Das ist doch was für uns! Der kleine Laden des
Platzes hat um diese Jahreszeit zwar noch zu, aber mit dem Motorrad sind
wir in fünf Minuten im Ort. Da gibt es dann alles zu kaufen.
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Freitag,
1. Mai
 Kleine
Tour über die Alcantara Schlucht. Der 1. Mai ist denkbar ungünstig
für einen Ausflug. Dieser Tag ist nämlich auch in Italien ein
Feiertag. Taormina ist so verstopft, dass wir es vorziehen in den Norden
des Etna zu fahren. An der Alcantara Schlucht das gleiche Bild. Der Parkplatz
ist total verstopft mit Autos. Was mag hier wohl in der Hochsaison erst
abgehen.? Wir verzichten auf eine Besichtigung und verziehen uns weiter
in die Berge, die mit kleinen verwinkelten Straßen locken.
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Samstag,
2. Mai
In
der Nacht wird es kalt. Sternenklarer Himmel. Vom Campingplatz aus hat
man einen herrlichen Blick auf den Etna. Am Morgen trübt es sich ein.
Wir bangen um unsere Tour zum Etna. Wir fahren trotzdem los und auf halbem
Weg klart es auch schon wieder auf. Auf den letzten 500 Metern bis zur
Bergstation auf 1.900 Meter merke ich, wie meiner Dragstar langsam die
Puste ausgeht. 
Mit
der Seilbahn geht es dann bis auf 2.400 Meter. Mit allradgetriebenen Omnibussen
geht es dann weitere 500 Höhenmeter durch die Lavalandschaft des Etna.
Vom Bus aus können wir schon kleinere Eruptionen aus einem Nebenkrater
beobachten. Dieser Krater ist neu. Als ich vor 2 Jahren mit dem Wohnmobil
Sizilien bereiste, gab es diesen Krater noch nicht. Im übrigen habe ich einige
Bilder vn dieser Reise hier mit eingestreut, soweit sie das Bildmaterial
ergänzen. Die letzten 100 Meter
bis zur erlaubten Grenze in 3.000 Meter Höhe sind zu Fuß zu gehen.
Für
die Fahrt mit der Seilbahn und den Bustransfer zahlt man pro Person ca.
62.000 Lire, also umgerechnet ca. DM 62,--. Hinzu kommen noch die Gebühren
auf dem Parkplatz an der Seilbahnstation. Auch die Restaurantpreise sind
hier im Osten doch deutlich höher als im Westen der Insel. Abends
haben wir wieder sternenklaren Himmel und vom Zelt aus können wir
die Eruptionen des Etna als kleine rote aufblitzende Lichtpunkte erkennen.
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Montag,
4. Mai
In
Milazzo buchen wir dann unsere Passage nach Neapel. Wir wollen so ein Stück
abkürzen, um noch ein paar Tage am Gardasee zu verbringen. Wie sich
dann herausstellt, hat man uns im Büro der Seramar-Linie Tickets 1.
Klasse verkauft. Wir sind nicht böse drum, denn immerhin ist die 1. Klasse in der Nebensaison immer noch preiswerter als die
2. Klasse in der Hochsaison.
Es
wird stürmisch ! Die Wellen werden so hoch, dass die Fähre an
den Liparischen Inseln nur noch 2 von 4 Häfen anfahren kann. Das Gesicht
von Markus nimmt inzwischen auch schon ungewohnte Farben an. Die Bar auf
dem Schiff schließt plötzlich in windeseile. Der Barkeeper hat auch
diesen merkwürdig grünen
Gesichtsausdruck, der nichts Gutes ahnen lässt. Es schaukelt mächtig.
Wir haben die See von vorne. Die Brecher schlagen bis über den Bug
der Fähre.
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Dienstag,
5 Mai.
Ankunft
in Neapel gegen 7:00 Uhr. Markus hat die Nacht 1. Klasse im kleinen Bad
über dem Waschbecken hängend verbracht. Was hätte Markus (besser: was
hätten wir) gemacht, wenn wir in der 2. Klasse übernachtet hätten? Dort gibt es nur ein
kleines Waschbecken im Zimmer! Nun stehen ihm noch ca.
700 km bis zum Gardasee bevor! Wir bedauern ihn sehr. Es gießt in Strömen.
Die Wolkenbrüche halten bis kurz vor Rom an. Hinter Rom dann leichte
Wetterbesserung und ab Florenz klart sich der Himmel sogar etwas auf.
Gegen 19:00 Uhr erreichen wir den Campingplatz „Formella“ in San Felice.
Der Platz hat ausgezeichnete und saubere sanitäre Anlagen.
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Mittwoch,
6. Mai
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Donnerstag,
7. Mai.
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Freitag,
8. Mai.
Die
Sonne strahlt uns vom wolkenlosen Himmel entgegen. Über Wangen geht
es zunächst nach Ravensburg................
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Punkte,
die uns aufgefallen sind oder die wir während der Reise gelernt haben:
Wenn
mit viel Gepäck gereist wird, sind größere Besichtigungen kultureller
Einrichtungen wegen der Gefahr des Diebstahls schwierig. Auch bewachten
Parkplätzen ist leider nicht immer zu trauen. Am besten ist es, sich
vorher eine Bleibe oder einen Campingplatz zu suchen, und die Wertsachen
in abschließbaren Koffern zu verstauen. Selbst dann sollte man in den Großstädten
wie z.B. Palermo das Motorrad möglichst nicht aus
den Augen lassen. Wir haben deshalb die Großstädte gar nicht
erst angefahren.
Gepäck:
Möglichst nur das Notwendigste mitnehmen. Für die von uns gewählte
Jahreszeit ist Motorradbekleidung aus Textilstoffen mit Membrane am besten
geeignet. Ein Fleecepulli, 3 bis 5 T-Shirts, Socken und 3-5 Unterhosen,
2 bis 3 Hemden und eine Jeans genügen auch für eine 3-wöchige
Tour im Zelt. Funktionsunterwäsche aber auch Hemden ohne Baumwollanteil
trocknen besonders schnell. Sie sind schnell durchgewaschen und schnell wieder trocken.
Auf den Campingplätzen gibt es häufig Waschmaschinen und manchmal
sogar Trockner. 1 großes Badehandtuch und ein kleines Handtuch müssen
ebenfalls genügen. Ggf. muss auch das große Handtuch durch ein weiteres
kleines ersetzt werden. Dünne
Zip-Pants (das sind die Hosen, von denen man die Beine per Reisverschluss
abtrennen kann) eignen sich hervorragend. Bei Hitze kann man die Shorts unter
der Motorradhose anziehen und bei Besichtigungen o.ä. die Motorradbekleidung im
Koffer verstauen.
Die
Gruppe: Teamfähigkeit, Kompromissbereitschaft und Rücksichtnahme
sind angesagt.
Vorher
abklären, was jeder an Strecke zu fahren imstande ist. Ggf. mit einer
Testfahrt über das Wochenende vorher ausloten, ob die Gruppe zusammenpasst.
Nichts ist frustrierender, als Streit während des Urlaubs in der Gruppe.
Die Tour gemeinsam genau planen! Kann sich während der Fahrt nicht
geeinigt werden, kann auch eine zeitweilige Aufteilung der Gruppe von Vorteil
sein, um sich an einem vorher festgelegten Ort und Zeitpunkt wieder zu
treffen. Ein Campingplatz eignet sich hierfür am besten. Wird nicht
gezeltet und ist das Hotel noch nicht bekannt, ist ein Handy pro Gruppe
von großem Nutzen. Zu bedenken ist aber, dass während der Fahrt das
Handy meist nicht gehört wird. Es sind dann nämlich weitere Absprachen
über Zeitpunkte für die Anrufe zu vereinbaren und einzuhalten,
zumindest aber sollte die Mailbox eingeschaltet sein. Achtung: Im Ausland
ist zum Abhören der Mailbox ggf. ein Passwort notwendig! Das kann
man am einfachsten an einem normalen Telefon ausprobieren.
Zelt
und Küche: Wer es mit einem anderen Menschen im Zelt aushält, kann
sich ein Zelt teilen. Dies spart eine Menge Gepäck. Das gleiche gilt
für die Küche. Es muss nicht jeder einen Kocher oder ein Set
Töpfe dabei haben. Auch hier sind Absprachen sinnvoll. Bei den Kochern
darauf achten, dass handelsübliche Gaskartuschen verwendet werden.
Nicht jeder Kartuschentyp ist im Ausland erhältlich. Für
„dringende Geschäfte“ zwischendurch ist eine Rolle Klopapier unterzubringen.
Man kann die Rolle auch durch ausreichend Tempotaschentücher ersetzen,
die kleinen Päckchen lassen sich in den kleinsten Ritzen verstauen. Wer den
Kaffee mit Milch trinkt nimmt am besten Milchpulver und verstaut dies in
Schraubdosen. Dies gilt auch für Gewürze etc. Die kleinen Schraubdosen und
Flaschen aus Weichplastik gibt es günstig in Outdoorgeschäften. Sonstiges:
Als sehr praktisch hat sich meine 12V Stablampe, wie sie auch in
KFZ-Werkstätten benutzt wird, erwiesen. Sie ist sehr lichtstark aber sparsam im
Stromverbrauch (ca. 8W/0,66A Neonröhre) und an die Bordsteckdose des Motorrads
gesteckt. Während der Fahrt wird die Stablampe einfach zum Zeltgestänge
gepackt. Leicht ist sie außerdem. |